17. Mai 2013 · Kommentare deaktiviert für Schwegeln im Vinschgau · Kategorien: Instrumente, Kurse · Tags: ,

Bichl MusigAuch im heurigen Sommer gibt es wieder Schwegeltage im Vinschgau, und zwar vom 18. – 21. Juli. Das Referententeam mit Daniela Mayrlechner, Evi Lehmann-Pedarnig, Johanna Springeth, Gernot Niederfriniger und Stefan Pedarnig werden für Anfänger, Fortgeschrittene und weniger Fortgeschrittene sowie für „Turboschwegler“ wieder viele Melodien bereit stellen, die sich zum spielen auf der Schwegel eignen. Darüber hiansu wird auch das Singen, das Musizieren auf anderen Instrumente und das Tanzen nicht zu kurz kommen. Zur Ausschreibung kommt ihr hier

Zur Schwegelpfeife:

Eines der ältesten und urtümlichsten Instrumente ist die Schwegelpfeife. Diese einfache, hölzerne Querflöte, die seit dem 12. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum nachweisbar ist, hat sich im Alpenland, besonders im Salzkammergut aber auch in Tirol, bis heute in der Überlieferung erhalten. Die Pfeifen werden vom Drechsler erzeugt meistens aus Birnbaum, Zwetschke, Buchs oder Pfaffenkappl, die besten aber aus Eibe. Die Bohrung ist zylindrisch oder konisch. Mit nur sechs Grifflöchern kann eine Tonreihe von zweieinhalb Oktaven gespielt werden. Der Klang ist schrill und durchdringend, daher mit Begleitung einer Rührtrommel für die Tanzmusik und Marschmusik besonders geeignet.

In den Raitbüchern der Tiroler Städte stoßen wir immer wieder auf Ausgabeposten für Pfeifer und Trommler. Im Mittelalter war keine Lustbarkeit sowohl beim Adel als beim einfachen Volk denkbar, bei der nicht Schwegler und Trommler aufgespielt hätten. Schwegel und Trommeln waren auch die Instrumente der Landsknechte, die sie in das Feld begleiteten und das Lagerleben erheiterten. Beim österreichischen Herr ließ Maria Theresia der Pfeifermusik besondere Pflege angedeihen. Nach dem Reglement von 1749 hatte der Tambour die vorgeschriebenen Märsche zu schlagen und die Pfeifer mussten ihn mit lustigen Weisen „herzhaft“ begleiten. Manche dieser Melodien aus theresianischer Zeit liegen wohl den Märschen der Tiroler Schützenschwegler zugrunde.

Wie beliebt die Schwegel noch vor 200 Jahren war, zeigen zahlreiche Bilder aus der Zeit um 1800. Der Maler Placidius Altmutter(1780 – 1819), Zeitgenosse und Porträtist von Andreas Hofer hat das Tiroler Volk in seinen Lebensäußerungen genau beobachtet. Seine Wandbilder in einem Raum der Innsbrucker Hofburg zeigen ländliche Tanzszenen im Wirtshausanger, auch einen Hochzeitszug, bei denen Schwegelpfeifen gemeinsam mit Geige, Hackbrett und Bassgeige erklingen. (Text von Peter Reitmeir)

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