14. Juni 2010 · Kommentare deaktiviert für Wie komme ich zu einer Cabrette? · Kategorien: Dudelsack, Tipps und Tricks · Tags: , ,

Für normale Dudelsäcke – die ja in der letzten Zeit sehr populär geworden sind – gibt es bei den meisten Instrumentenbauern bereits einige Monate bzw. Jahre an Wartezeiten abzuwarten bevor das begehrte Instrument auf den Tisch des Hauses kommt. Bei Spezialdudelsäcken kann dies eventuell noch länger dauern, da man die Dudelsackbauer vernünftig nur auf Festivals wie z.B. St. Chartier treffen kann.

Wer sich für eine Cabrette interessiert (Achtung – dies ist keine Chabrette) für den gibt es dank einer genialen Institution in Frankreich die Möglichkeit diese schneller zu bekommen.

Cabrette Teile (die gibt es auch einzeln):

  • Blasbalg
  • Balg
  • Aufsatz mit Spielpfeife und Bordun in Einem.

Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass der Bordun normalerweise nur Zierde ist und keinen Ton spielt. Will man das dann muss man es sagen/bestellen. Die Spielweise ist ähnlich dem G-Dudelsack mit einigen anderen Griffen und einer komplett anderen Verzierungstechnik.

Wie bekommt man eine Cabrette:

  • Es gibt die Vereinigung Cabrette y Cabrettaires (http://cabrette.cabrettaire.free.fr/), die sich der Erhaltung und der Weitergabe von Cabrette-Wissen verschrieben haben. Der President Victor LAROUSSINIE ist absolut hilfsbereit bei der Besorgung von Instrumenten. Ich habe ihm damals angeschrieben und einfach nach einer Cabrette gefragt. Man kann mit ihm in Französisch oder Englisch e-mailen (info@cabrettesetcabrettaires.com).
  • Die Stimmung der Cabrette muss man in Falsetto angeben.
  • Wartezeit war bei mir ca. 2 Monate.
  • Das Instrument kam spielbereit und mit guten Rohrblättern. Der Blasebalg ist ein wenig gewöhnungsbedürftig aber er gehört traditionell so. Kostenpunkt aller Teile der Cabrette rund 1000 EUR.
  • Victor hat auch eine Cabrette-Schule herausgegeben, wo er die Grundtechniken der Cabrette erklärt. Diese Schule ist auch bei ihm erhältlich und deckt den Einstieg ab.

Weitere Information über Cabrette gibt es auf www.cabrette.com.

Uilleann Pipe

Die günstige Uilleann Pipe

Wer mit BordunMusik und Dudelsack anfängt braucht Geduld, Geld und Ausdauer (und ein wenig Französisch für die Festivals)…

Jemand, der mit dem Rolls Royce der Dudelsäcke – der Uilleann Pipe anfangen möchte – braucht noch mehr Geld und noch mehr Ausdauer … ist das so?

Nein, es geht auch anders. Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht wie man mit mittlerem Einsatz an Geld, Geduld und Ausdauer zu einem spielbaren Instrument kommt. Die grundsätzliche Frage ist, welches Set man nimmt? Darf man dem bereits fortgeschrittenen Dudelsackspieler Zizi (Martin Zitzmann) trauen, dann ist es für das Zusammenspiel in der Band am Besten wenn man sich eine Uilleann Pipe ohne Bordune, Regulators und sonstigem Schnick-Schnack (auch als Practice Set bekannt)  kauft denn „…da steigen die Band-Kollegen eh nur drauf und hören tut man es auch nicht…“ (O-Ton beim letzten Auftritt). Ich hatte den Wunsch zumindest ein Half-Set zu erstehen, bestehend aus Blasbalg, Sack, Chanter und 3 Bordunen.

Folgende Schritte führten zum Ziel:

  • Erstehen eines mittelmäßigen Half-Sets für WENIG Geld >> ebay: einfach nach „Irish Bagpipe“ suchen. Gerade heute habe ich Practice Sets um unglaubliche 112 EUR, Half Sets um rund 350 EUR gefunden. Ich habe damals mein Half-Set um rund 400 EUR bekommen, mit Koffer.
  • Meine ersten Erfahrungen mit dem Half-Set waren:
    • Chanter war mittelmäßig, das Chanter-Rohrblatt unbrauchbar.
    • Die gesamten Wicklungen mussten erneuert werden (viel zu locker).
    • Die Bordun-Rohblätter waren aus Bambus (haben nach ein wenig Tuning funktioniert, bis auf das Bass-Rohrblatt welches gebrochen ist).
    • Sonst war alles in Ordnung.
  • Austausch des Chanters: Gute Chanter – man glaubt es kaum – kommen aus Amerika. Beim Shop „Harp and Dragon“ (http://www.harpanddragon.com/uilleann.htm) gibt es ein sensationelles Chanter (Blackwood) mit 3 Klappen (engl. Keys) um rund 185 USD. Ich habe es mit einem Rohrblatt gekauft und es funktioniert sehr gut und löst das bestehende Chanter ab. Wer etwas teurer kommen will, der kann natürlich dort auch ein Half Set um rund 800 USD erstehen. (Thanks to Anne Habermehl for the very personal service and advice – sie ist die gute Seele des Ladens und nimmt auch Kreditkarten-Info in 2 getrennten Emails entgegen…).
  • Tieferlegen der Bordune: Dem guten Rat einiger Österreichischen Uilleann Pipe Spieler folgend wandte ich mich an die Meisterwerkstatt Rogge wegen der Bordunrohrblätter (Kostenpunkt rund 80 EUR). Nach einigem genauen Nachfragen für welches Instrument die Rohrblätter denn seien, bekam ich meine Rohrblätter die vorzüglich verarbeitet waren. Sie waren ein wenig zu gross und flugs bohrte der Akku-Schrauber die Bordun-Bohrungen (dort wo die Rohre sitzen) ein wenig nach. Das Ergebnis kann sich sehen lassen… 3 wohlklingende Bordune. (Danke an Andreas Rogge und Team für das Entgegenkommen).

Damit habe ich ein Instrument das gut spielbar ist und für mich gut zum Lernen ist um knapp 680 EUR, was für ein Half Set+Koffer ok ist. Jetzt gilt es nur noch, den ewigen Weisheiten der Uilleann Pipe Spieler zu folgen: „7 Jahre lernen, 7 Jahre üben und 7 Jahre spielen“ – Wenn ich jetzt Anfange dann kann ich es bis zur Pension!