Uilleann Pipe

Die günstige Uilleann Pipe

Wer mit BordunMusik und Dudelsack anfängt braucht Geduld, Geld und Ausdauer (und ein wenig Französisch für die Festivals)…

Jemand, der mit dem Rolls Royce der Dudelsäcke – der Uilleann Pipe anfangen möchte – braucht noch mehr Geld und noch mehr Ausdauer … ist das so?

Nein, es geht auch anders. Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht wie man mit mittlerem Einsatz an Geld, Geduld und Ausdauer zu einem spielbaren Instrument kommt. Die grundsätzliche Frage ist, welches Set man nimmt? Darf man dem bereits fortgeschrittenen Dudelsackspieler Zizi (Martin Zitzmann) trauen, dann ist es für das Zusammenspiel in der Band am Besten wenn man sich eine Uilleann Pipe ohne Bordune, Regulators und sonstigem Schnick-Schnack (auch als Practice Set bekannt)  kauft denn “…da steigen die Band-Kollegen eh nur drauf und hören tut man es auch nicht…” (O-Ton beim letzten Auftritt). Ich hatte den Wunsch zumindest ein Half-Set zu erstehen, bestehend aus Blasbalg, Sack, Chanter und 3 Bordunen.

Folgende Schritte führten zum Ziel:

  • Erstehen eines mittelmäßigen Half-Sets für WENIG Geld >> ebay: einfach nach “Irish Bagpipe” suchen. Gerade heute habe ich Practice Sets um unglaubliche 112 EUR, Half Sets um rund 350 EUR gefunden. Ich habe damals mein Half-Set um rund 400 EUR bekommen, mit Koffer.
  • Meine ersten Erfahrungen mit dem Half-Set waren:
    • Chanter war mittelmäßig, das Chanter-Rohrblatt unbrauchbar.
    • Die gesamten Wicklungen mussten erneuert werden (viel zu locker).
    • Die Bordun-Rohblätter waren aus Bambus (haben nach ein wenig Tuning funktioniert, bis auf das Bass-Rohrblatt welches gebrochen ist).
    • Sonst war alles in Ordnung.
  • Austausch des Chanters: Gute Chanter – man glaubt es kaum – kommen aus Amerika. Beim Shop “Harp and Dragon” (http://www.harpanddragon.com/uilleann.htm) gibt es ein sensationelles Chanter (Blackwood) mit 3 Klappen (engl. Keys) um rund 185 USD. Ich habe es mit einem Rohrblatt gekauft und es funktioniert sehr gut und löst das bestehende Chanter ab. Wer etwas teurer kommen will, der kann natürlich dort auch ein Half Set um rund 800 USD erstehen. (Thanks to Anne Habermehl for the very personal service and advice – sie ist die gute Seele des Ladens und nimmt auch Kreditkarten-Info in 2 getrennten Emails entgegen…).
  • Tieferlegen der Bordune: Dem guten Rat einiger Österreichischen Uilleann Pipe Spieler folgend wandte ich mich an die Meisterwerkstatt Rogge wegen der Bordunrohrblätter (Kostenpunkt rund 80 EUR). Nach einigem genauen Nachfragen für welches Instrument die Rohrblätter denn seien, bekam ich meine Rohrblätter die vorzüglich verarbeitet waren. Sie waren ein wenig zu gross und flugs bohrte der Akku-Schrauber die Bordun-Bohrungen (dort wo die Rohre sitzen) ein wenig nach. Das Ergebnis kann sich sehen lassen… 3 wohlklingende Bordune. (Danke an Andreas Rogge und Team für das Entgegenkommen).

Damit habe ich ein Instrument das gut spielbar ist und für mich gut zum Lernen ist um knapp 680 EUR, was für ein Half Set+Koffer ok ist. Jetzt gilt es nur noch, den ewigen Weisheiten der Uilleann Pipe Spieler zu folgen: “7 Jahre lernen, 7 Jahre üben und 7 Jahre spielen” – Wenn ich jetzt Anfange dann kann ich es bis zur Pension!

5 Kommentare

  1. Liber Volker,

    auch ich interessiere mich für die Uilleann Pipe. Mit Interesse habe ich daher die Info über den amerikanischer Hersteller gelesen. Wie sieht es mit dem deutschen Zolle aus? Werden irgendwelche Gebühren fällig?

    Viele Grüße

    Arnold

    • Hallo Arnold,

      ich glaube, hier liegt insofern ein Missverständnis vor, als ich zwar auch Volker heiße, Dudelsack spiele, aber (noch) keinen Bezug zur Uilleann Pipe habe (außer, dass sie mir sehr gut vom Klang her gefällt) Der Volker ist ein Spieler aus Deutschland. Lieben Gruß Volker

    • Hallo Arnold,

      Mit dem Zoll habe ich kein Problem gehabt (allerdings in Österreich). Bei 180 USD für den Charter sollte der Zoll auch nicht wirklich anspringen…

      Einfach probieren. Die netten Damen von HarpandDragon packen dir den Charter auch in viel Zeitungspapier ein und schicken ihn quasi “privat an privat”….

      einfach ausmachen
      -werner

  2. Danke für den schönen Bericht!

    Ich hadere ja schon seit langem auch mit dem Gedanken, mir mal so ein Set zu kaufen. Aber “dank” des doch recht hohen Preises und auch der Gefahr, da auf Dauer nicht am Ball bleiben zu können (ich kenn’ mich: Wenn ich einmal mit was anfange, will ich das auch “richtig” machen und da sehe ich in Deutschland Schwierigkeiten auf mich zukommen – wer soll’s einem beibringen?), trau’ ich mich nicht richtig daran.

    Wie sind denn jetzt so die Erfahrungen seit April 2010 bis heute? Gibt es schon Erfolgsmeldungen?

    Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Volker.

    • Lieber Volker,

      Üben solltest Du schon selbst, es gibt aber viele gute Videos in Youtube die einem die richtige Handhabung zeigen. Ich selbst bin im Moment noch nicht so weitergekommen, da es jetzt andere Prioritäten gibt.

      Du solltest Dich aber nicht davon abhalten lassen….

      lg
      -werner