Wie jedes Jahr sind wieder für die erste Jahreshälfte die BordunMusikTage in Zeillern/Nieder-Österreich von der Volkskultur Niederösterreich geplant. Dieses Jahr sind sie von Donnerstag 30. Mai bis Sonntag, 2. Juni geplant. Dieses Jahr kommen wieder einmal altbekannte heimische Referenten zum Zug, wobei bei den Instrumenten zwischen Anfänger / leicht Fortgeschritten und Fortgeschritten unterschieden wird.

Referenten sind:

  • Sackpfeiffe: Christian Blahous, Valentin Arnold, Albin Paulus
  • Hümmelchen: Norbert Suchy
  • Bock: Michael Vereno
  • Drehleier: Nupi Jenner, Stefan Straubinger und Simon Wascher
  • Bordun & Orgel: Sepp Pichler

Das Programm ist schon wie in den Vorjahren aufgeteilt in Instrumentalkurse am Vormittag und Ensemblekurse am Nachmittag. An den Abenden finden interessante Vorträge und Konzerte / Sessions statt.

Weitere Information: http://bordunmusiktage.schoenfeldinger.at/

11. April 2011 · Kommentare deaktiviert für Nicht nur Cercle… · Kategorien: Allgemein, Dudelsack, Noten, Tanz · Tags: , , , ,

Nachdem fast alle Circles von den diversen Gruppen schon ziemlich “zutodegepflegt” wurden hier ein kleines aber feines Stück, das sich ausgezeichnet zum Cercle und Chapeloise Tanzen eignet, sofern es mit der dazugehörigen Leichtigkeit gespielt wird. Ich bin aber sicher, dass alle Leser dieses feinen Blogs dies auch so spielen können….

Viel Spass beim Durchspielen!

Noten der Chapeloise

Noten zu der Chapeloise

Ein musikalischer Gruss an aus dem fernen Wien an die fleissigen Musiker im Südwesten. Der Schleunige ist ein wirklich alter Schleuniger und sehr gut auf dem Dudelsack sowie auf anderen Borduninstrumenten zu spielen.

Ich habe den Schleunigen auf dem grandiosen Bordunmusikfest in Kremsmünster 2000 gelernt und habe ihm seitdem im Kopf. Durch ein spontanes wiederhören habe ich mich erinnert und ihn für Dudelsack gesetzt. Strittig ist noch, ob der erste Teil wiederholt gehört. Man darf es aber so spielen wie es gefällt.

Viel Spass beim lernen, spielen, geniessen.

Schleuniger

22. Juni 2010 · Kommentare deaktiviert für Festivals im Sommer · Kategorien: Dudelsack, Konzert, Kurse, Session, Tanz, Tipps und Tricks · Tags: ,

Martin Meyerspeer, ein Dudelsackspieler und Long-Distance Radler aus Österreich hat eine geniale Liste von Festivals im kommenden Sommer zusammengestellt. Diese möchte ich dem Blog natürlich nicht vorenthalten:

  • “Saint Chartier” — Der Ort heisst jetzt zwar noch immer so, und nicht “Château d’Ars”, aber das Festival mit dem nicht ganz eingängigen Namen “Rencontres internationales de Luthiers et Maîtres Sonneurs” ist letztes Jahr dorthin umgezogen und hat sich damit wieder sehr stark zum Musik- und Tanztreffen hin entwickelt, (nachdem es in den letzten Jahren etwas “chaotischere” Züge angenommen hatte). Dieses Festival darf hier m.E. mal besonders erwähnt werden, weil es direkt aufgrund der Dudelsacktradition Zentralfrankreichs (natürlich im Zusammenhang mit dem Folk-Revival) entstanden ist, und ohne dieses gäb’s wohl auch die folgenden Festivals nicht oder nicht so, und ich wüsste selbst nicht, dass es so etwas wie einen zentralfranzösischen Dudelsack oder -Drehleier gibt.
  • “Gennetines”, heisst eigentlich “Grand Bal de l’Europe”, ein grosses Tanz-Treffen vom 18.-25. Juli, bei Moulins.
  • fast gleichzeitig 19.-21. August in Frankreich, in Anost (Morvan), “Fête de la Vielle”
  • und 20.-22. August das “Alpen-Klangrausch”, Treffen für Musizieren, Tanzen, Amusement in Ternberg (Oberösterreich) http://www.klangrausch.at/
  • Wem noch nicht die Ohren abgefallen sind kann dazu das Komplementärprogramm an tschechischen, ungarischen, bulgarischen, polnischen Dudelsäcken — um nur einen kleinen Ausschnitt zu nehmen, und alle sind ganz anders (wirklich!) — beim 2-jährig stattfindenden “International Bagpipe Festival Strakonice” erleben. Ein absolutes Regional-Festival mit (abgesehen vom Alpenklangrausch natuerlich 😉 unschagbarem Preis-Leistungsverhaeltnis und div. Vorteilen die sich u.a. aus der Lage des Orts zwischen Pilsen und Budweis ergeben. 26.-29. August 2010

Bei dieser Liste an Festivals kann durchaus die Reiselust mit der Musizier-Lust gepaart werden. Ich denke dass der Volker auch noch die italienischen Festivals ergänzen wird.

Danke an Martin für die Zusammenstellung.

14. Juni 2010 · Kommentare deaktiviert für Wie komme ich zu einer Cabrette? · Kategorien: Dudelsack, Tipps und Tricks · Tags: , ,

Für normale Dudelsäcke – die ja in der letzten Zeit sehr populär geworden sind – gibt es bei den meisten Instrumentenbauern bereits einige Monate bzw. Jahre an Wartezeiten abzuwarten bevor das begehrte Instrument auf den Tisch des Hauses kommt. Bei Spezialdudelsäcken kann dies eventuell noch länger dauern, da man die Dudelsackbauer vernünftig nur auf Festivals wie z.B. St. Chartier treffen kann.

Wer sich für eine Cabrette interessiert (Achtung – dies ist keine Chabrette) für den gibt es dank einer genialen Institution in Frankreich die Möglichkeit diese schneller zu bekommen.

Cabrette Teile (die gibt es auch einzeln):

  • Blasbalg
  • Balg
  • Aufsatz mit Spielpfeife und Bordun in Einem.

Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass der Bordun normalerweise nur Zierde ist und keinen Ton spielt. Will man das dann muss man es sagen/bestellen. Die Spielweise ist ähnlich dem G-Dudelsack mit einigen anderen Griffen und einer komplett anderen Verzierungstechnik.

Wie bekommt man eine Cabrette:

  • Es gibt die Vereinigung Cabrette y Cabrettaires (http://cabrette.cabrettaire.free.fr/), die sich der Erhaltung und der Weitergabe von Cabrette-Wissen verschrieben haben. Der President Victor LAROUSSINIE ist absolut hilfsbereit bei der Besorgung von Instrumenten. Ich habe ihm damals angeschrieben und einfach nach einer Cabrette gefragt. Man kann mit ihm in Französisch oder Englisch e-mailen (info@cabrettesetcabrettaires.com).
  • Die Stimmung der Cabrette muss man in Falsetto angeben.
  • Wartezeit war bei mir ca. 2 Monate.
  • Das Instrument kam spielbereit und mit guten Rohrblättern. Der Blasebalg ist ein wenig gewöhnungsbedürftig aber er gehört traditionell so. Kostenpunkt aller Teile der Cabrette rund 1000 EUR.
  • Victor hat auch eine Cabrette-Schule herausgegeben, wo er die Grundtechniken der Cabrette erklärt. Diese Schule ist auch bei ihm erhältlich und deckt den Einstieg ab.

Weitere Information über Cabrette gibt es auf www.cabrette.com.

31. Mai 2010 · Kommentare deaktiviert für Lust auf ein bisserl Schweden? · Kategorien: Kurse · Tags: , , ,

Bordunmusiker gehören seit Anbeginn der Szene zu den eher flexibleren Musikern. Es bietet sich am kommenden Wochenende (Do, 3. Juni bis So, 6. Juni) wieder die einzigartige Möglichkeit, diese Flexibilität zu beweisen: in Niederösterreich/Zeillern finden die BordunMusikTage zum 19. Mal statt und es kommen Referenten wie Alban Faust (Schweden) und Gilles Chabenat (Frankreich) für die Borduninstrumente.

Ich kann diese Art des Seminars aus der Erfahrung des letzten Jahres sehr empfehlen, da die beiden Vortragenden nicht gerade Leute sind, die gerne früh schlafen gehen. Ich erinnere mich neben des Eintauchen in die schwedische Musik auch an tiefgründige Gespräche über schwedische Lebensart und Einstellung mit Alban.

Insbesondere für G-Sack Spieler ist der Rohrblattbaukurs für Schilfrohrblätter mit Alban ein MUSS.

Es gibt für die BordunMusikTage nur mehr wenige Restplätze. Anmeldung bei waldviertel@volkskulturnoe.at

Weitere Information unter http://bordun.schoenfeldinger.at/

Die Zeit zur Anreise beträgt ex Lana 4:45h. Das ist weniger Zeit als nach Rom….

Uilleann Pipe

Die günstige Uilleann Pipe

Wer mit BordunMusik und Dudelsack anfängt braucht Geduld, Geld und Ausdauer (und ein wenig Französisch für die Festivals)…

Jemand, der mit dem Rolls Royce der Dudelsäcke – der Uilleann Pipe anfangen möchte – braucht noch mehr Geld und noch mehr Ausdauer … ist das so?

Nein, es geht auch anders. Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht wie man mit mittlerem Einsatz an Geld, Geduld und Ausdauer zu einem spielbaren Instrument kommt. Die grundsätzliche Frage ist, welches Set man nimmt? Darf man dem bereits fortgeschrittenen Dudelsackspieler Zizi (Martin Zitzmann) trauen, dann ist es für das Zusammenspiel in der Band am Besten wenn man sich eine Uilleann Pipe ohne Bordune, Regulators und sonstigem Schnick-Schnack (auch als Practice Set bekannt)  kauft denn “…da steigen die Band-Kollegen eh nur drauf und hören tut man es auch nicht…” (O-Ton beim letzten Auftritt). Ich hatte den Wunsch zumindest ein Half-Set zu erstehen, bestehend aus Blasbalg, Sack, Chanter und 3 Bordunen.

Folgende Schritte führten zum Ziel:

  • Erstehen eines mittelmäßigen Half-Sets für WENIG Geld >> ebay: einfach nach “Irish Bagpipe” suchen. Gerade heute habe ich Practice Sets um unglaubliche 112 EUR, Half Sets um rund 350 EUR gefunden. Ich habe damals mein Half-Set um rund 400 EUR bekommen, mit Koffer.
  • Meine ersten Erfahrungen mit dem Half-Set waren:
    • Chanter war mittelmäßig, das Chanter-Rohrblatt unbrauchbar.
    • Die gesamten Wicklungen mussten erneuert werden (viel zu locker).
    • Die Bordun-Rohblätter waren aus Bambus (haben nach ein wenig Tuning funktioniert, bis auf das Bass-Rohrblatt welches gebrochen ist).
    • Sonst war alles in Ordnung.
  • Austausch des Chanters: Gute Chanter – man glaubt es kaum – kommen aus Amerika. Beim Shop “Harp and Dragon” (http://www.harpanddragon.com/uilleann.htm) gibt es ein sensationelles Chanter (Blackwood) mit 3 Klappen (engl. Keys) um rund 185 USD. Ich habe es mit einem Rohrblatt gekauft und es funktioniert sehr gut und löst das bestehende Chanter ab. Wer etwas teurer kommen will, der kann natürlich dort auch ein Half Set um rund 800 USD erstehen. (Thanks to Anne Habermehl for the very personal service and advice – sie ist die gute Seele des Ladens und nimmt auch Kreditkarten-Info in 2 getrennten Emails entgegen…).
  • Tieferlegen der Bordune: Dem guten Rat einiger Österreichischen Uilleann Pipe Spieler folgend wandte ich mich an die Meisterwerkstatt Rogge wegen der Bordunrohrblätter (Kostenpunkt rund 80 EUR). Nach einigem genauen Nachfragen für welches Instrument die Rohrblätter denn seien, bekam ich meine Rohrblätter die vorzüglich verarbeitet waren. Sie waren ein wenig zu gross und flugs bohrte der Akku-Schrauber die Bordun-Bohrungen (dort wo die Rohre sitzen) ein wenig nach. Das Ergebnis kann sich sehen lassen… 3 wohlklingende Bordune. (Danke an Andreas Rogge und Team für das Entgegenkommen).

Damit habe ich ein Instrument das gut spielbar ist und für mich gut zum Lernen ist um knapp 680 EUR, was für ein Half Set+Koffer ok ist. Jetzt gilt es nur noch, den ewigen Weisheiten der Uilleann Pipe Spieler zu folgen: “7 Jahre lernen, 7 Jahre üben und 7 Jahre spielen” – Wenn ich jetzt Anfange dann kann ich es bis zur Pension!

01. April 2010 · Kommentare deaktiviert für Mobiler Kompressor für Dudelsäcke – eine kommende Technologie · Kategorien: Dudelsack · Tags: , ,
Der von Sepp Pichler verwendete Dudelsackkompressor

Dudelack Kompressor

Wir haben letztes Wochenende Sepp Pichler besucht der uns wieder eine seiner Innovationen vorgestellt hat. Für seine neue CD “Übertöne” hatte er die Anforderung, einen komplett gleichbleibenden Druck im Dudelsack zu benötigen um die Obertonreihen auf der Spielpfeife und den Bordunen sauber zu erzeugen. Mit herkömmlichen Methoden (mundgeblasen bzw. mit Blasbalg geblasenem Dudelsack) lässt sich der Druck nicht sauber über längere Zeit erzeugen.

Sepp machte sich auf die Suche und wurde bei einem Baumarkt fündig. Der Kleinkompressor der um rund 12 EUR für das Aufpumpen von Fahrradreifen verwendet wird lieferte exakt den Druck den sein französischer Dudelsack braucht. Der Kompressor wird mittels einer Schraubklemme direkt mit dem Anblasrohr bzw. mit dem Blasebalg-Verbindungsstück verbunden. Das Ventil erübrigt sich für den Kompressor.

Als nächster Schritt ist dann der Druck zu eichen. Sepp hat mit Drücken um 1,23-1,27 bar experimentiert. Jeder Dudelsack hat seinen individuellen Druck der aber jederzeit und gleichförmig erzeugt werden kann. Durch die komplette Linearität des Drucks kann die Spielpfeife ohne Druckerhöhung überblasen werden.

Sein Fazit nach einer Woche probieren: “Der Kompressor liefert eine noch nie dagewesene Stabilität im Ton und speziell in der Obertonreihe. Das Betriebsgeräusch ist leiser als der Bordun und durch den Batteriebetrieb kann auch mobil gespielt werden.”. Sepp hat vor, den Kompressor als nächsten Schritt in den Sack zu integrieren um ihn unauffälliger zu machen.

Der Dudelsack-Kompressor kann u.a. hier bezogen werden.

BordunMusiker

Heute ist wieder Bordunsession…

…alle Dudelsäcke werden geputzt und eingespielt. Die Wicklungen werden erneuert. Auf den Drehleiern werden die Wattierungen erneuert, die Schnarre noch ein wenig tiefergelegt. Es werden die sonstigen Instrumente eingepackt und mitgenommen – die gerne gesehenen und die nicht so gerne gesehenen – Tanzschuhe werden angezogen, Hüte ausgewählt und aufgesetzt… und los gehts!

Was ist die Faszination an der BordunMusik?

Es gibt selten Leute die sagen, “es gefällt mir ein wenig”. Entweder man mag sie oder man hasst sie, die BordunMusik. BordunMusik ist Gebrauchsmusik, sie ist nicht zum “zuhören” sondern sie ist Tanzmusik, ganz banal und erdig. Die Instrumente mit denen sie ursächlich gespielt wird sind laut und meistens derb. Einfach zu spielen sind sie nicht unbedingt, aber über muss man sie allemal. Vor allem sind sie aber selten. Es gibt keinen Auftritt und keine Session wo nicht irgendwer etwas über die Instrumente und das Spielen wissen will.

Kommt dies woanders auch so oft vor? Werden  die Indio-Gruppe über ihre Pan-Flöten befragt, oder den klassischen Geiger, der die kleine Nachtmusik in der Fußgängerzone spielt, woher die Geige kommt? Nein!

Wir BordunMusiker sind eine eigene Gruppe – kein Anzug oder eine Uniform, wir stellen uns einfach hin und spielen, zum Tanz aber in jedem Fall um aufzufallen… und es macht Spass!

Heute ist wieder BordunSession – www.cafeconcerto.at – in Wien, 20:30 Uhr